Montag, 23. Juni 2014

Aller Anfang ist schwer, auch für unsere Radbastler

Gerade in unsere Fahrradabteilung hängt Erfolg und Niederlage sehr eng mit der Ersatzteilversorgung zusammen. So mussten wir am Anfang schweren Herzens einige unserer Gäste wegen vermeintlichen Kleinigkeiten (z.B. wegen eines Platten oder gerissenen Schaltzuges) unvollendeter Dinge wieder abziehen lassen, nur weil sie drei Minuten nach Ladenschluss eines jeden Fahrradladens zu uns kamen. Deswegen sind wir im Repair-Café dabei, uns ein kleines Lager mit den gängigen Ersatzteilen aufzubauen, sodass dies hoffentlich bald der Vergangenheit angehört.
Dennoch bitten wir alle unsere Gäste mir eine Mail zukommen zu lassen (siehe Artikel: Liebe Gäste). Schließlich ist ein Fahrrad in dieser Hinsicht mit einem Auto zu vergleichen.Es gibt tausende Dinge die kaputt gehen können, und von jedem Ding noch einmal tausende Ersatzteile.
Da unser Lager dort jedoch an seine natürlichen Grenzen stößt, können wir nicht jedes Teil beherbergen. Das Lager soll lediglich dem Notfall dienen.
Alle Ersatzteile werden wir selbstverständlich zum Selbstkostenpreis ihnen zukommen lassen. Das Repair-Café ist und soll auch in Zukunft eine Non-Profit-Organisation bleiben. Das Versprechen wir.

Liebe Grüße
Euer Christopher

Repair- Café und Fahrräder???

Der eigentliche Sinn von einem Repair- Café ist es, der Wegwerfgesellschaft entgegenzuwirken.
Bei uns soll noch mal das "flott gemacht" werden, was ansonsten weggeworfen und neu gekauft werden würde.
Doch wie passen nun Fahrräder in dieses Konzept? Immerhin kaufe ich mir kein neues Rad, nur weil es einen Platten hat. Und selbst wenn ich den Platten nicht selbst beheben kann, so gibt es doch noch genug kleinere und größere Fahrradläden samt Werkstatt in Koblenz und Umgebung. Im großen und ganzen hat es also erstmal den Anschein, als würde wir von unserer Grundidee abweichen.

Warum also doch?

Dies hat gleich mehrere Gründe.
Obwohl es kaum den Anschein erregt, wenn man sich in Koblenz bei dem ganzen Verkehr denn mal umschaut, gibt es dennoch einige, die als einzigen Fortbewegungsmittel ein Fahrrad besitzen. Ganz gleich ob Studenten, ältere Mitbürger oder einfach Umweltbewusste. Sie fahren alle häufig und gerne Rad.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass bei dem einen oder anderem das Geld durchaus nicht so locker sitzt, um mit jedem Wehwehchen gleich zum Radladen nebenan zu gehen.
All denen möchten wir es trotzdem ermöglichen weiterhin Rad zu fahren.
Zum anderen möchten wir aber auch allen eine Platform bieten, um gemeinsam zu Schrauben und Hilfe zur Selbsthilfe bieten, sodass sie in Zukunft auch mal das ein oder andere Problemchen selbst lösen können.
Daher erwarten wir auch, dass unsere Gäste mit der festen Absicht kommen, uns bei der Reparatur zu unterstützen. Ein "Hier ist mein Rad, bitte einmal reparieren, ich bin im Café neben an und hole es in einer Stunde wieder ab" wird nicht akzeptiert. Zumal es auch bei uns immer leckeren Cafe und den ein oder andern Kuchen gibt.
Der letzte Aspekt ist ein grüner. Viele vom Repair-Café kommen aus hiesigen Umweltorganisation oder sind politisch sehr interessiert (siehe: Partner). Da das Rad den optimalen Balanceakt zwischen Umweltverträglichkeit und Fortbewegung darstellt, ist es uns ein besonderes Anliegen, dies weiterhin zu ermöglichen.

Zum Schluss noch eine kleine Bitte von mir an euch. Ein Rad wird benutzt und ein Rad ist auch an der ein oder anderen Stelle fettig. Dies gehört dazu und ist ganz unproblematisch anzusehen.
Allerdings sollte man das Fahrrad als solches auch noch erkennen können. Ein modernes Kunstwerk aus Schlamm dagegen weniger. Ich meine hey, wir sind ein Repair-Café, nicht das MoMa ;-).

Liebe Grüße
Euer Christopher